Stressprävention wird immer notwendiger im Unternehmen. Das chronische Überlastungssyndrom kommt immer häufiger vor. Arbeitsausfälle wegen stressbedingter psychosomatischer Beschwerden – Burnout werden zum ernsthaften Problem. Das zeigt der Monitoringbericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan). Die Zahl der psychisch Erschöpften verursacht jährlich Kosten in Milliardenhöhe.

Eines ist sicher: Krankheitsbedingte Fehlzeiten, Stress und Hektik bei Mitarbeitern und Führungskräften sowie ständige Überstunden sind die Aufgabe der Unternehmensleitung, etwas zu unternehmen. Denn: Sind die Mitarbeiter gesund, ist das Unternehmen gesund und wettbewerbsfähig. Das wichtigste Kapital der Unternehmen sind schließlich deren Mitarbeiter und deren Know-How und Kompetenz.

Welche Möglichkeiten stehen den Unternehmen zur Verführung?

Nicht getan ist es mit flexiblen Arbeitszeiten und einem Angebot an Entspannungstechniken, Yoga oder Meditation. Wichtig sind folgende Maßnahmen:

  1. Die Prozesse unter die Lupe zu nehmen. Damit gemeint sind nicht nur Produktionsprozesse, sondern auch in der Verwaltung Ausschau auf Effizienz und Verschwendung zu halten. Hinterfragen Sie die Aufgaben und Tätigkeiten Ihrer Mitarbeiter mit „warum“. Hier kommt viel Unnützes zum Vorschein. „Das haben wir schon immer schon so gemacht.“
  2. Die Ursachen für die Überstunden zu finden und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Gemeint ist nicht damit mehr Personal einzustellen, sondern auch hier unnötige Aufgaben aufzuspüren und abzuschaffen. Also alle Tätigkeiten, die nicht der Wertschöpfung dienen.
    Stress ist grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich. Das optimale Gleichgewicht von Stressoren und Ressourcen sind wichtig.
  3. Dafür zu sorgen, dass die Reizüberflutung aufgrund neuer Medien begrenzt wird. Gemeint ist damit der Einsatz von Handys, die es den Mitarbeitern abverlangen rund um die Uhr erreichbar zu sein. Oder gar am Arbeitsplatz gleichzeitig mehrere Telefon bedienen zu müssen.
    Auch die Überlastung durch das ständige Überprüfen der neu eingegangenen Emails sind für das Überlastungssyndrom verantwortlich. Regelmäßige Zeitblöcke zur Abarbeitung der neuen  Emails wirken dem entgegen. Auch helfen Umsetzungsworkshops am Arbeitsplatz zum Thema „Selbstorganisation“.
  4. Lassen Sie die stressbedingten Auslöser bei den Mitarbeitern und Führungskräften protokollieren. Das hilft gezielte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Lassen Sie sich nicht abspeisen mit allgemeinen Floskeln: „Ich bin gestresst.“ oder „Was sollen wir noch alles machen.“
  5. Das Handeln der Führungskräfte spielt eine Wesentliches dazu. Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion. Hat die Führungskraft nie Zeit für die Mitarbeiter oder ist diese ständig im Stress, überträgt sich das auf das Team. Führungswerkzeuge wie zum Beispiel „Lob und Anerkennung“, „Interesse am Mitarbeiter zeigen“, „Mitarbeiter- und Rückkehrgespräche“, „Sinn und Nutzen von Aufgaben transparent machen“ sind professionell anzuwenden und geben den Mitarbeitern den nötigen Halt in stressigen Situationen.